11.08.2006

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Pressemitteilung

 

Niederländische Post druckt deutsche Briefmarke ohne Zustimmung

Deutsche Post: „Einmaliger Vorgang“ - Sammlerjagd auf „falschen Rembrandt“

In Kreisen von Briefmarkenexperten spricht man bereits von einer Sensation: Das niederländische Postunternehmen TPGPost hat die deutsche Sonderbriefmarke zum 400. Geburtstag von Rembrandt nachgedruckt und an ihre Kunden verkauft. Die am 13. Juli erschienene deutsche 70 Cent-Marke, die einen Ausschnitt aus Rembrandts Gemälde von Saskia van Uylenburgh zeigt, findet sich auch in einem zwei Tage später in den Niederlanden erschienenen so genannten Prestige-Markenheftchen, einer Sonderausgabe vor allem für Briefmarkensammler.

Die Marke sei von TPGPost ohne Genehmigung aus Deutschland hergestellt worden, so Dirk Klasen, Sprecher der Deutschen Post. Klasen sprach von einem „einmaligen Vorgang“ und wies darauf hin, dass es sich deshalb bei dem Nachdruck nicht um ein gültiges deutsches Postwertzeichen handele, auch wenn er von der deutschen Originalmarke nicht auf den ersten Blick zu unterscheiden sei. Man habe mittlerweile die Niederländer zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Möglich wurde dieser Nachdruck, weil die niederländische Post aus Deutschland die Druckunterlagen für die deutsche Rembrandt-Marke bekommen hatte, allerdings nur zu Abbildungszwecken. Das für die Herausgabe von Briefmarken zuständige Bundesfinanzministerium und TPGPost hatten zum Jubiläum des niederländischen Malers eine Kooperation mit einer motivgleichen Briefmarke vereinbart, die aber unterschiedliche Wertangaben und Landesnamen aufweist.

Inzwischen hat unter Briefmarkensammlern eine beispiellose Jagd auf die bei der niederländischen Post längst ausverkaufte „falsche Rembrandt-Ausgabe“ eingesetzt. Der Postpreis für das Heftchen mit den niederländischen Rembrandt-Marken und einem Exemplar des umstrittenen deutschen Wertes betrug 9,95 Euro. Es wird mittlerweile zu Preisen zwischen 40 und 100 Euro gehandelt. Nach Angaben von TPGPost wurden lediglich 30.000 Exemplare gedruckt. „Das ist eine für den deutschen Sammlermarkt lächerlich geringe Menge“, so der Heidelberger Briefmarkenexperte Detlev Moratz (www.Briefmarken.org).

Auch wenn die Deutsche Post den „falschen Rembrandt“ nicht als Briefmarke anerkennt: Für Briefmarkensammler sei dieser niederländische Druck auf jeden Fall ein „einmaliges Kuriosum“, sagte Moratz. Denn die nachgedruckte Version, die sich kaum vom Original unterscheidet, weise das Sicherheitsmerkmal niederländischer Marken, einen transparenten Phosphor-Aufdruck, auf.


Das Blatt aus dem Markenheftchen der niederl. Post mit der umstrittenen deutschen Marke rechts.


Die Vorderseite des Markenheftchens der Niederlande.

 
 


  www.Briefmarken.org